Lugau aktuell

Geologische Untersuchungen im ehemaligen Steinkohlerevier Lugau/Oelsnitz im Zeitraum vom 08.04. - 24.05.2019

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Zeugen und Folgen des ehemaligen Steinkohlereviers Lugau/Oelsnitz prägen auch 48 Jahre nach Einstellung des Bergbaus noch die Landschaften in der Region. Zu den Folgen gehört die seit Einstellung der Grubenwasserhaltung im Jahr 1971 ablaufende Flutung des Grubengebäudes, die zu einem stetigen Anstieg des Wasserspiegels im untertätigen Grubengebäude führt. Erste Prognosen gehen davon aus, dass der Grubenwasserspiegel im Jahr 2032 die Erdoberfläche in den Tallagen des Hegebachtals erreicht.

Um das Gefahrenpotenzial für oberflächennahe Grundwässer sowie Bebauungen an der Erdoberfläche abschätzen und rechtzeitig Maßnahmen der Gefahrenabwehr einleiten zu können, sollen ab 2019 verstärkt geologisch-hydrogeologische sowie geophysikalische Untersuchungen im Revier durchgeführt werden.

Zu diesem Zwecke arbeiten das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie die Stadt Oelsnitz/Erzgebirge im EU-finanzierten Projekt VitaMin zusammen. Ziele im Projekt sind vertiefende Erkenntnisse zum Aufbau des Untergrundes, wobei ein Schwerpunkt auf die Erkundung größerer Störungszonen liegt. Die Kenntnis der Lage solcher Störungszonen ermöglicht ein besseres Verständnis für die im Untergrund ablaufenden Prozesse der Grubenflutung und des zu erwartenden Grundwasseranstieges.

Es ist geplant, vom 08.04. bis 25.05.2019 geophysikalische Messungen in den Gemeinden Oelsnitz/Erzgeb., Gersdorf, Lugau und Hohndorf durchzuführen, wobei seismische und geoelektrische Messmethoden zu Einsatz kommen. Mit der Leistung beauftragt wurde die Pöyry Austria GmbH, ein österreichisches Unternehmen, welches umfangreiche Erfahrungen in Seismik und Geoelektrik vorweisen kann.

Bei den seismischen Messungen wir die Ausbreitung von Schallwellen im Untergrund untersucht. Dazu werden im Abstand von 8 m bis zu 200 Schwingungsaufnehmer ca. 5 cm tief in den Boden gesteckt. Diese Aufnehmer werden mit Kabel verbunden. Entlang der Profile werden mit einem beschleunigten Fallgewicht auf der Erdoberfläche in regelmäßigen Abständen (ca. aller 16 m) seismische Wellen angeregt und deren Laufzeit im Untergrund gemessen (vgl. Abbildung 1)

Abbildung 1

Bei den geoelektrischen Messungen werden bis zu 100 Erdspieße im Abstand von 5 m ca. 20 cm tief in den Boden gesteckt und über Kabel verbunden (vgl. Abbildung 2). Über abwechselnde Stromeinspeisung entlang der gesamten Elektrodenkette wird der Bodenwiderstand gemessen.

Abbildung 2

Die Messungen für Seismik und Geoelektrik erfolgen getrennt in zwei Durchläufen. Der Feldtrupp besteht jeweils aus einem Truppleiter mit 2 - 3 Technikern und ist mit einem Messfahrzeug (mit Anhänger) ausgestattet.

Für Rückfragen zu den geologischen Untersuchungen steht Ihnen als zuständige Referentin des LfULG Frau Dr. Christin Jahns (03731 - 294 1302, christin.jahns@smul.sachsen.de), für Rückfragen zu der Messausführung/Umsetzung Herr Dieter Kostial (0043 676 / 83878 609) von der Firma Pöyry Austria GmbH sehr gern zur Verfügung.

Abbildung 3

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